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Steigende Mieten auf dem Berliner Wohnungsmarkt

Mittlere und gehobene Lagen bei Käufern sind besonders gefragt / Hauptstadt wird für Investoren attraktiver

06.05.2006

Immobilien - Seite W01

Matthias Schäfer

BERLIN. Der Immobilienverband (IVD) Berlin-Brandenburg sieht eine Trendwende auf dem Berliner Immobilienmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt der Preisspiegel für Berlin, den der IVD in diesem Jahr zum ersten Mal herausgebracht hat. "Der Tiefpunkt ist durchschritten, die Preistendenz zeigt nach oben", sagt Andreas Habath, stellvertretender Koordinator des IVD-Wertermittlungsausschusses in Berlin.

Ergänzung zum Mietspiegel

Untersucht wurden in erster Linie die Preisspannen für Immobilien sowie Wohnungsmieten für Ein- und Zweifamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser mit guter Ausstattung sowie für große, modernisierte Altbau-Wohnungen. "Unser Ziel ist es, mit dem Preisspiegel für noch mehr Transparenz auf dem Berliner Immobilienmarkt zu sorgen und eine Lücke zu schließen", sagt Manfred Stelter, Chef des IVD-Wertermittlungsausschusses. Der Berliner Mietspiegel erfasse schließlich nur Wohnungen bis zu einer Wohnfläche von 90 Quadratmetern.

Der Verkauf von Ein- und Zweifamilienhäusern stieg im letzten Quartal 2005 deutlich an, was mit der Abschaffung der Eigenheimzulage zusammenhänge, heißt es beim IVD. Dies belegt die Zahl der Beurkundungen, die um 30 Prozent zulegte. Auch zu Beginn dieses Jahres setzte sich diese Tendenz fort. "Das gilt auch für die einfachen Wohnlagen im Osten der Stadt", berichtet Habath.

Beispielsweise kosten Ein- und Zweifamilienhäuser der Baujahre ab 2001 im Westteil Berlins 260 000 bis 320 000 Euro in einfachen und mittleren Lagen. 300 000 bis 650 000 Euro sind es in guten und sehr guten Lagen. Im Ostteil der Stadt müssen hierfür zwischen 240 000 bis 300 000 Euro in einfachen und mittleren Lagen sowie 250 000 bis 400 000 Euro in guten und sehr guten Lagen - wie beispielsweise in den Ortsteilen Wendenschloss, Orankesee und Niederschönhausen investiert werden.

Bei den untersuchten Wohnungsmieten rechnet der IVD ebenso mit weiteren Steigerungen. So liegen beispielsweise die Nettokaltmieten für gut ausgestattete Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern der Baujahre ab 1991 in guten Wohnlagen zwischen acht und zwölf Euro pro Quadratmeter. Für Altbauten bis 1949 mit guter Ausstattung in guter Lage werden Mieten von sieben bis zehn Euro pro Quadratmeter gezahlt.

"Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das Umfeld und die Stimmung in der Hauptstadt immer besser werden, berichten uns Makler. Dazu zählt beispielsweise die bevorstehende Fußball-WM, der neue Hauptbahnhof oder der geplante Großflughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld", erklärt Habath.

Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern mit guter Ausstattung sei gerade bei Leuten aus westdeutschen Städten wie München, Stuttgart oder Frankfurt am Main sehr groß. "Dort ist man schon seit Jahren ein viel höheres Mietniveau gewöhnt. Daher ist der hiesige Markt für diese Personen besonders interessant", meint Habarth. Bei den Berlinern selbst gelten diese Objekte als vergleichsweise teuer.

Immobilienpreisservice des IVD Berlin-Brandenburg / Berliner Zeitung vom 3.5.2006

 
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